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Landeskonvent Baukultur M-V

Der Landeskonvent am 21. September 2023 nimmt Baukultur und Transformation in den Fokus

Die Architektenkammer M-V lud am 21. September 2023 zu ihrem 4. Landeskonvent Baukultur M-V und der Verein Initiative Baukultur Mecklenburg-Vorpommern e. V. zu einem erstmaligen Fest der Baukultur. Das Thema des Landeskonventes konnte den Ort und das Anliegen beider Veranstaltung nicht treffender benennen, sodass der Tag einheitlich unter dem „Baukultur und Transformation“ stand, dessen Einladung über 80 Gäste folgten. 
 Dass sich der Landeskonvent als ein Format der Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern etabliert hat, aktuelle und drängende Debatten im Land anzustoßen, ist ein wichtiges Signal besonders an die Politik des Landes sowie an Entscheidungsträger in Verwaltung und Bauwirtschaft. 

Im Fokus der Keynote von Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender Bundesstiftung Baukultur, stand die „Neue Umbaukultur“. Mit einer neuen Umbaukultur würde sich eine neue Architektur, aber auch Gestaltungssprache einstellen, verwies Reiner Nagel auf das Bauen im Bestand. Anstelle von Abriss und Neubau sei unter anderem die Etablierung einer Kreislauwirtschaft und die Planung mit wiederverwendbaren Bauteilen eine der Hauptaufgabe. Laut Baukulturbericht 2022/2023 haben 77% der befragten Planerinnen und Planer angegeben, schon einmal aus Eigeninitiative und entgegen der Aufgabenstellung den Erhalt und Umbau anstatt eines Abrisses empfohlen zu haben.  

Christoph Meyn, Präsident der AK M-V: „Der Baukulturbegriff ist dabei heute neu zu definieren: Während wir noch vor Jahren überwiegend konkrete architektonische Gestaltungsfragen verhandelten, rückt aktuell die Beteiligungs- und Prozesskultur als partizipativer Ansatz insgesamt massiv in den Vordergrund. Baukultur wird zunehmend eine Frage der sozialen Verantwortung und bekommt damit eine gesellschaftspolitische kulturelle Dimension. Wir Architektinnen und Architekten sowie Planer und Kulturschaffende können gemeinsam klären, wie zum Beispiel mehr Beteiligung, Austausch und Vernetzung von Akteuren und deren baukulturelles Engagement besser organisiert und gefördert werden kann. Baukultur wird damit zu einem Querschnitts-Thema, dass viele Bereiche der Gesellschaft prägen und entwickeln kann."

Workshops
Zum Thema „Baukultur : Transformation“ wurden fünf moderierte Workshops durchgeführt, die wesentliche Instrumente von Baukultur verhandelten. Die Auswertung der Diskussionen wurde am Nachmittag anlässlich des Festes der Baukultur durch die Moderatoren vorgestellt. Kurze Zusammenfassungen der Ergebnisse sind nachfolgend nachzulesen. 

Workshop 1:
Moderatoren des Workshop 1: Robert Wick, Stadtplaner, Michael Kockot  
Um „Akteure und Orte – Bewohnermobilisierung durch Kultur im Quartier“ handelte sich im 2. Workshop. Eine These der Arbeit im Workshop lautete: kulturelle Arbeit ist die Basis für eine echte Beteiligung. Um die vielfältigen Interessensgruppen in einem Quartier kennenzulernen, können Kulturevents wie Konzerte und Theaterstücke geeignete Anlässe sein. Jedoch sei die Verstetigung von kulturellem Handeln von großer Bedeutung, um möglichst viele Menschen zu erreichen, konkrete Bedarfe festzustellen und langfristig Teilhabe in Stadtquartieren zu ermöglichen.

Workshop 2:
Moderator Workshop 2: Wolfgang Oehler, Stadtplaner  
Die Entwicklung einer Landesstrategie „Innenentwicklung, Bestand und Nachhaltigkeit für M-V“ forderte die Arbeitsgruppe um Stadtplaner Wolfgang Oehler, Architekt Claus Sesselmann und Architektin Ines Yitnagashaw. Die Entwicklung wird als Prozess betrachtet, in dem Akteure und Institutionen eingebunden werden und Instrumente wie bspw. Mobiler Gestaltungsbeirat, Fördermittelscouts und kommunalen Erfahrungsaustausch stattfinden zu lassen.   

Workshop 3:
Moderatorin Workshop 3: Claudia Kapellusch, 2. Vorsitzende des Künstlerbundes Mecklenburg und Vorpommern e. V.  
Im Workshop „Was bedeutet Kunst am Bau für den Bauherrn?“, wurde u.a. die These herausgearbeitet, dass Kunst am Bau integraler Bestandteil der Bauaufgabe ist mit dem Hinweis auf die Richtlinie „K 7“ der Richtlinien für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes sowie der Länder. Kunst am Bau unterstütze gesellschaftliche Transformations- und Kommunikationsprozesse und sie stiftet Identität. Mehr Aufklärung und Sensibilisierung von öffentlichen Bauherren über die Anwendung von Kunst am Bau solle stärker gefördert werden.    

Workshop 4:
Moderatoren Workshop 4: Christoph Meyn, Architekt, und Dr. Eva-Maria Barkhofen, Architekturhistorikerin
Ursprünglich war die Benennung und Zusammenstellung konkreter typischer Beispiele regionaler Baukultur in M-V beabsichtigt. Verhandelt wurde nach Wunsch der Teilnehmer jedoch darüber, was die Wahrnehmung von Mecklenburg-Vorpommern maßgeblich bestimmt. Genannt wurde die naturräumliche Beschaffenheit in Verflechtung mit baulichen Strukturen wie Kirchdörfer, Guts- und Herrenhäuser, aber auch die Städte am Wasser sowie die Welterbestätten in Stralsund und Wismar. Ergeben hat der Austausch die Frage nach dem Prozess – wie etwa Baukultur entsteht und praktiziert wird. Beispielsweise können neue Formen des gemeinsamen Lebens in Dörfern und entlegenen Ortschaften zum Erhalt von Bestandsbauten und zur Aktivierung beitragen.    
Workshop 5:
Moderatoren Workshop 5:Florian Winter, Stadtplaner, und Susann Milatz, Architektin und Stadtplanerin  
Einen Konsens über die Etablierung einer Beteiligungskultur im Planungsprozess arbeiteten die Moderatoren Susann Milatz, Stadtplanerin und Architektin und Florian Winter, Stadtplaner, im Workshop “Beteiligungsprozesse und Partizipation in der Planungskultur“ mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern heraus. Genannt wurden Kriterien an die Rahmenbedingung für ein erfolgreiches Beteiligungsverfahren im Planungsprozess: dieser solle möglichst frühzeitig, nach dem Vorbild der Phase 0, einsetzen, barrierefrei sowie unabhängig vom sozialen Status, Alter, Geschlecht und Nationalität usw. konzipiert sein. Grundlage seien jedoch fundierte Kenntnisse über die einzelnen Prozesse und Chancen in der Verwaltung und der Politik.

Nach der Arbeit in den Workshops fand ein offener Austausch mit den Gästen statt und es bestand die Möglichkeit, sich am Rundgang über den Marktplatz der Baukultur anzuschließen und sich über die Akteure deren baukulturelles Engagement in Mecklenburg-Vorpommern näher zu informieren, bevor das Fest der Baukultur eingeläutet wurde.

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Medienbeiträge

Foto:AK MV
Politische Positionen - Gespräche zu folgenden Themen:

"Warum wir über Stadtentwicklung reden müssen!"
Live-Talk < hier > (1:35 h)

"Nachhaltiges und ressourcenschonendes Bauen, was bedeutet das konkret?"
Live-Talk < hier > (1:35 h)

"Wo bleibt der Nachwuchs?"

Live-Talk < hier > (1:30 h)

"Wie viel Baukultur braucht Mecklenburg-Vorpommern?"
Live-Talk < hier > (1:30 h)

„Schule als Bildungsort für alle“
Live-Talk < hier >  (55 min)

"Baukultur und Toursimus in Mecklenburg-Vorpommern"
Live-Talk < hier > (1:37 h) 

"Wohnungsbau" in Mecklenburg-Vorpommern
Live-Talk < hier > (1:27 h)


Broschüre 2019

Grafik: fachwerkler
Die Broschüre "Landesbaupreis 2019" kann ab sofort <hier> heruntergeladen werden.

Bauherrenmappe als PDF


Die Arbeitsmappe „Vom Traum zum Haus – Wegweiser für private Bauherren" steht zum Download als PDF-Datei bereit unter:
Bauherrenmappe (2013) als PDF (9,5 MB) (kostenfrei)