Auf einer 2.500 qm großen ehemaligen Stadtbrache hat der Landschaftsarchitekt Hannes Hamann im Auftrag der „Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung" für rund 320.000 Euro einen großzügigen Spielplatz verwirklicht, der auf unaufdringliche Art Motive von Strand und Meer aufnimmt. Das beginnt schon mit der Einfriedung des Geländes: Die bunten Metallstützen stehen leicht schräg und sind mit einem fischernetzartig geknüpften Draht verbunden. Hier wird spielerisch auf Kinderfischzug gegangen. Und so verwundert es nicht, dass sich auf den Eingangstüren die Umrisse von Fischschwärmen tummeln - ein Motiv, das sich an der kleinen Kletterwand wiederfindet. Derweil zeigt die als Lärmschutz zur benachbarten Wohnbebauung errichtete Betonwand Graffities mit Bade- und Strandszenen. Kleine Gucklöcher im Beton eröffnen für Passanten einen Blick auf das Spielfeld des Basketball- und Bolzplatzes. Das leicht abgesenkte Spielfeld bietet den älteren Kindern und Jugendlichen einen Spiel-Raum. Sehr angenehm: Eine lang gestreckte, gewellte Holzbank am Spielfeldrand lädt zum Erholen in Spielpausen ein, aber auch einfach nur zum gemeinsamen chillen.
Insgesamt gliedert sich die weite sandige Spielplatzfläche, die an eine Dünenlandschaft erinnert, in drei Bereiche auf. So ballt sich das spielerische Treiben nicht an einem Ort und ermöglicht es, dass sich Gruppen eines Alters in den Abschnitten finden können. Mit den zahlreichen Spielgeräten aus Holz wird dabei immer wieder die Nähe zur Küste aufgegriffen: Ein halb im Sand versunkenes Badehäuschen mit kleiner Rutsche, „Sonnenschirme", Stege, ein kleines Kletternetz oder Surfbretter zum Balancieren fügen sich in die sanft wellig modellierte Spielplatzlandschaft ein, die durch die Bepflanzung mit Strandhafer und Ölweiden einen küstentypischen Bewuchs zeigt. Einige ältere Bäume sorgen dafür, dass es an heißen Tagen auch etwas Schatten gibt. Mit wachsamem Blick auf das Spielgelände und das nahe Warnowufer können die Eltern die Spielzeit ihrer Kinder auf einer der Bänke am Rand für eine kleine eigene Auszeit nutzen. Spielerisch aber nicht verspielt entsteht so ein sympathisch kindgerechtes innerstädtisches Freizeitareal, das mit regionalen Motiven arbeitet und dabei die nahe Ostseeküste bis in die Rostocker Innenstadt hineinzieht.
Jürgen Tietz
DAB 06-2009