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Foto: interimblau-design.de Umbau eines Plattenbaus für die Bundespolizei in M-V
Architekten:
Bastmann & Zavracky BDA Architekten GmbH

Bis zum Jahr 1999 diente der DDR-Plattenbau auf dem rund 2.500 qm großen Gelände am Rande Rostocks als Kreiswehrersatzamt. Mit dem gelungenen Umbau dieser Platte aus den 1970er Jahren und ihrer Ergänzung um einen weiteren Flügel, der sich L-förmig an den Altbau anschließt, hat das Architekturbüro Bastmann und Zavracky ein neues Domizil für die Bundespolizei in Mecklenburg-Vorpommern verwirklicht.

Ebenfalls neu hinzugekommen ist ein Werkstatt- und Garagenflügel, der die Bestandsgaragen auf dem Hof ergänzt. Die Baukosten für den Gesamtkomplex betrugen 10,25 Mio. Euro.

Das optische Zentrum des Verwaltungsbaus bildet die Stahl-Glas Konstruktion des neuen Treppenhauses, das den sanierten Alt- mit dem Neubau verbindet. Die plastisch strukturierte Betonoberfläche für die Aufzuganlage erweist sich dabei als attraktiver Blickfang. Dem fünfgeschossigen Altbau mit seiner leuchtend weiß verputzten Fassade sieht man seine Vergangenheit als Platte nicht mehr an. Stattdessen wird durch die Betonung der Fensterbänder eine horizontale Fassadenschichtung herausgearbeitet. Geschossweise wechselnd grün und grau bedruckter Sonnenschutz verleiht dem Bau zudem eine zurückhaltend farbige Note. Deutlich farbkräftiger gibt sich da der rote Windfang als Eingang zum gläsernen Treppenhaus. Farbig ist auch der Neubauflügel: Er wird durch ein unregelmäßiges Mosaik aus gelben und rötlichen Fassadenplatten bestimmt, in das die Fensterelemente eingefügt sind. Den oberen Abschluss des Neubaus bildet ein deutlich überkragender weißer Putzstreifen, so dass sich insgesamt eine lebendige Fassadenstruktur ergibt.

Im Inneren erweist sich die Unterbringung für die Bundespolizei Mecklenburg-Vorpommern als zurückhaltender Zweckbau. Die Flure sind in beiden Bauteilen durch L-förmige Winkel gegliedert, die von den Wänden in die Decken überleiten. Jedem Geschoss ist dabei eine eigene Farbe zugeordnet. Einheitlich rot sind dagegen die Sanitärräume und die Teeküchen gefliest, was eine ebenso dominante wie gewöhnungsbedürftige Wirkung entfaltet. Während im Altbau neben den notwendigen Büroflächen auch ein Gewahrsamsbereich entstanden ist, wurden im Neubau die Einsatzleitung, ein in mehrere Räume aufteilbarer Schulungsbereich, ein Trainingsraum, sowie einige Unterkunftszimmer verwirklicht. Außerhalb der Architektenverantwortung liegt allerdings die wenig charmante 0/815 Möblierung der Dienststelle der Bundespolizei, die von design- oder baukulturellen Mindeststandards leider meilenweit entfernt ist.

Jürgen Tietz
DAB MV 09-09

 
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