Neue Rügenbrücke
Bundesstraße B 96 N, Hansestadt Stralsund
Bauwerksdaten
Brücken- / Straßenfläche 43.000 m²
Planungszeit 2000-2004
Bauausführung 2004-2007
Baukosten 125 Mio €
Dieses schon wegen seiner Dimension und überregionalen Funktion herausragende Ingenieurbauwerk stellte sowohl eine städtebauliche als auch ingenieurtechnische Herausforderung dar. Betrachtet man so manche aktuelle Brückendiskussion an anderen Orten, so ist es fast ein Wunder, dass es an diesem stadthistorisch und landschaftlich empfindlichen Ort überhaupt entstehen konnte und jetzt bereits integraler Bestandteil des Stadtbildes zu sein scheint. Das Brückenbauwerk verdankt dies einer gelungenen Zusammenarbeit einer ganzen Reihe von Ingenieuren mit einem im Brückenbau erfahrenen Architekten. Erstere haben die Typologie des dreiteiligen Bauwerks in einem Optimierungsprozess entwickelt, letzterer hat die Ausformung der Tragelemente zu einem Maß an Eleganz geführt, die zumindest hierzulande selten vorkommt und sich auch im europäischen Vergleich sehen lassen kann. So ist es ein vorzeigbares Stück Ingenieurkunst im Großformat, das für kommende Diskussionen in der städtebaulichen Kompromissfindung zwischen Anpassung der Verkehrsentwicklung und den Anforderungen an die Lebensqualität dicht besiedelter Räume positive Signale setzen kann. Neben der gelungenen Ausformung müsste eine große Zahl höchst kniffliger Problemstellungen bei Konstruktion, Tragwerksplanung, Schwingungsverhalten und vor allem der Durchführung genannt werden, die den Rahmen eine Kurzbeurteilung sprengen würde. Zwei Aspekte seien hier herausgriffen, weil sie besonders beispielhaften und damit zukunftsträchtigen Charakter zu haben scheinen: Zum ersten Mal ist hier das bisher in Deutschland nicht zugelassene Litzenseil verwendet worden, was eine wesentlich einfachere Montage zur Folge hat. Des Weiteren sind die, im Übrigen extrem gut ausgeführten, Stahlverbund-Gabelstützen in derart großer Dimensionierung gebaut worden, die gerade im schwierigen städtischen Umfeld schlanke Überbauten zulassen und trotzdem an der Stützenbasis größere Abstände ermöglichen.
Bauherr
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS)
Bonn
vertreten durch
Landesamt für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern
Rostock
DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH
Berlin
Architekt
Dipl.-Ing. Architekt André Keipke BDA
Rostock
www.architekt-keipke.de
Ingenieurteam
Schüßler-Plan Berlin
Berlin
Schmitt, Stumpf, Frühauf und Partner
Ingenieurgesellschaft im Bauwesen mbH
München
Ingenieurgemeinschaft EHS-VCE
Lohfelden
DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH
Berlin
Foto
Dipl.-Ing. Architekt Andrè Keipke BDA / DEGES